Lilium ‚Black Beauty‘

Lilium-Cultivar
Familie: Liliaceae (Liliengewächse)
Gattung: Lilium (Lilien)
Pflanzenart: mehrjähig, staudig, Zwiebelpflanze
Höhe: ca. bis ca. 150 cm
Habitus: aufrecht, einzelner belaubter schwärzlicher Stiel der mit Blütenstand abschließt
Laub: breit eiförmig, spitz zulaufend, mittelgrün
Blüten: turbanförmig umgeschlagen, nickend
Blütenfarben: tief himbeer- bis purpurrot; dunklere Sprenkelung, grünliche Saftmale, weißer Saum
Blütenstand: Dolde die sich bei älteren Pflanzen etagenartig aufbaut
Blütezeit: Juli-August
Herkunft: Kreuzung aus Lilium speciosum ‚Rubrum‘ x Lilium henryi
Einsatz: sehr robuste, eindrucksvolle Lilie für Rabatten und Beete; hervorragend auch in ausreichend großen Kübeln
Standort: sonnig – Halbschatten wird toleriert; hinreichend durchlässiger und nährstoffhaltiger Boden
Vermehrung: legendäre Sorte aus dem Jahr 1957, die als erste Lilienzüchtung in die „Hall of fame“ der amerikanischen Liliengesellschaft aufgenommen wurde

Wohl kaum eine Lilie vereint eine derart exotische Ausstrahlung mit einer solchen Vitalität und Robustheit! ‚Black Beauty‘ hat das beste von beiden Eltern geerbt: Die Wuchskraft und Gesundheit der Mandarin-Lilie (Lilium henryii; sie blüht leuchtend orange) und die Blütenschönheit der Pracht-Lilien Züchtung Lilium speciosum ‚Rubrum‘. Pracht-Lilien sind eher heikel im Garten, waren aber jahrzehntelang Blickfänge beim Schnittblumensortiment, ehe sie durch die wesentlich größeren Oriental-Hybriden wie ‚Stargazer‘ etc. dort abgelöst wurden … aber das ist eine andere Geschichte.

‚Black Beauty‘ lässt sich – ähnlich wie die Königs-Lilie – getrost als „Anfänger-Lilie“ bezeichnen. In der Kultur sind beide gleich, lediglich eine Vermehrung durch Aussaat wird nicht viel bringen, handelt es sich doch um eine Hybride und nicht wie bei der Königs-Lilie um eine Wildart. Hybriden bringen, wenn überhaupt, eine Vielzahl von unterschiedlichen Nachkommen bei der völlig offen ist, ob ihre Schönheit und Wuchseigenschaften mit denen der Mutterpflanze gleichen. Wildarten sind da unkomplizierter. Wer seinen Bestand an ‚Black Beauty‘ vergrößern möchte, kann zur Ruhezeit von jeder Zwiebel drei, vier Schuppen abpellen und so, dass deren Spitzen aus dem Substrat lugen in eine Saatschale oder kleine Töpfe setzen. Kühl aufstellen und eine Saison aufmerksam feucht (nicht nass!) halten – wenn alles gut geht, bilden sich an der Basis der Zwiebelschuppen kleine neue Zwiebeln die weiterkultiviert werden. Nach weiteren etwa zwei Jahren erscheinen die ersten Blüten. Dieses Verfahren ist übrigens bei allen Lilien-Züchtungen die beste Methode, sie sortenecht zu vermehren.

Alle anderen Pflegemaßnahmen – auch die Sache mit den Lilienhähnchen – lassen sich im Beitrag zur Königs-Lilie nachlesen.

Pflanzt man handelsübliche Zwiebeln von ‚Black Beauty‘, werden sich meist erstmal Pflanzen zeigen, die etwa halbmeterhoch sind und drei bis fünf Blüten bilden. Nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend. Aber lassen sie ihr etwas Zeit. Stimmen Pflanzplatz und Pflege (die nicht besonders aufwändig ist), wird diese Lilie innerhalb zwei, drei Jahren dreimal so hoch und kann durchaus 20 Blüten ausbilden – ein herrliches Spektakel das ab Mitte Juli beginnt und sich in den August hinein fortsetzt.

Die Blüten duften zwar nicht – angesichts der Herkunft ist das nicht weiter verwunderlich – sind aber höchst elegant und sogar ziemlich wetterfest. Sie stehen auf starken Stielen die, wenn ungestützt, sich etwas neigen; Bruch habe ich bei ihnen noch nicht erlebt. Wer, wie ich auf meiner Dachterrasse, mit starken Winden rechnen muss, sollte aber vorsichtshalber doch im Mai pro Pflanze einen Stecken anbringen und den Stängel nach und nach dort fixieren. Ich verwende gerne Splittstäbe, die etwas länger sind, als es zu erwarten ist, dass die Pflanze hoch wird. Sowie sich die Knospen zeigen, bzw. strecken, schneide ich den Stecken unterhalb der Blütenzone ab, sodass er nicht das herrliche Blütenbild trübt.

Sowohl in Gartenbeeten als auch in Kübeln sind solche Lilien ein wirkliches Highlight – und wenn die Gefäße nicht bei Stein-und-Bein-Frösten durchfrieren, völlig unkompliziert zu überwintern. Wie alle Lilien mögen sie eine Beschattung an der Pflanzenbasis – wohl damit das Substrat oder der Gartenboden nicht allzuschnell austrocknet. Polsterige Glockenblumen (Campanula porscharskyana etwa) und ähnliche Pflanzen ohne Wurzelausläufer sind dazu ideal, weil sie den Lilien auch unterirdisch nicht ins Gehege kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.