Turgor

Unter „Turgor“ bezeichnet man den Druck einer Zelle auf die Zellwand. Innerhalb der Zelle ist der Druck durch die Zeltflüssigkeit höher als der Druck von außen – so sollte es jedenfalls sein. Denn nur so ist die Zelle und das gesamte Gewebe stabil und kann seine Aufgaben für den Organismus erfüllen. Krautige Pflanzen etwa haben keine verholzenden Substanzen eingelagert und halten sich nur durch den Turgor aufrecht. Bei Gehölzen etwa sind die nicht verholzenden Pflanzenteile – etwa Blüten und Blätter – ebenfalls nur prall und gesund, wenn sie durch den Turgor stabilisiert sind.

Um den Turgor aufrecht zu halten, müssen die Pflanzenwurzeln Wasser nachliefern. Je nach Pflanzenart ist die Schwelle bei der der Turgor nicht mehr aufrecht gehalten wird unterschiedlich. Spätestens wenn die Blätter sich neigen oder gar schlappen, muss Wassernachschub kommen. Sind die Blätter bereits richtig welk, vergilben oder trocknen gänzlich aus, lassen sie sich kaum retten. Man kann hier nur hoffen, dass die Pflanze im Ganzen noch nicht ausgetrocknet ist, wässert sie dennoch und hofft, dass nach einem Rückschnitt ein neuer Austrieb erfolgt.

Aber Vorsicht! Wasser kann auch dann nicht von den Wurzeln nachgeliefert werden, wenn die Wurzeln durch Staunässe absterben. Hier bewirkt ein Zuviel von Wasser genau genommen das Vertrocknen der Pflanze. Rettungsmaßnahmen sind genau anders herum vorzunehmen: Die Pflanze wird zurückgeschnitten und trocken gestellt. Allerdings ist es erfahrungsgemäß deutlich aussichtsreicher, eine einmal (!) vertrocknete Pflanze wieder ins Leben zurück zu holen als eine einmal vernähte. 

Mit anderen Worten: Gießen ist eine Maßnahme, um den lebenswichtigen Turgor der Pflanze aufrecht zu halten. Und die Kunst des Gießens besteht in der pflanzenangepassten Balance zwischen „Vergessen und Vergießen“ … 

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