’Hermann-Hesse-Rose’

Hermann-Hesse-Rose Büschel

Beet-Rose 
Noack (D), 2008
Kreuzung: nicht veröffentlicht
Farbe: zartes aprikosen- bis ockergelb
Füllung/Form: gut gefüllt; hoch gebaute Knospe und Blüte
Duft: stark
Höhe: um 100 cm

Von dem Züchterhaus Noack sind wir es ja gewohnt, sehr blattgesunde Sorten vorgestellt zu bekommen. Das Image, in erster Linie „praktische“ Bodendeckersorten zu züchten, hat die rührige Firma aus Gütersloh längst abgestreift indem wunderschöne Sorten anderer Rosenklassen das Sortiment bereichern. Eine der schönsten von ihnen ist die ’Hermann-Hesse-Rose’.

Hermann-Hesse-Rose elegante Blüte

Es ist bemerkenswert, wie edel die Blüten dieser als Beetrose klassifizierten Sorte aufblühen. Und da auch die Blüten die elegante Form halten, relativ groß sind und obendrein duften, leiten sie durch ihre Erscheinung schon zu den Edelrosen über. Dennoch würde ich hier noch von einer Beetrose sprechen, da nahezu ausschließlich die Knospen in Büscheln hervorgebracht werden und die Sträucher, die zwischen tisch- und meterhoch werden, kompakt genug bleiben, dass sich Beete mit ihnen mühelos gestalten lassen.

Hermann-Hesse-Rose zwei Blüten

Die Blütenfarbe ist in heißen Sommerwochen cremeweiß mit Ahnungen eines Gelbtones – nicht schlecht also, aber auch nicht unverwechselbar. Ab Spätsommer zeigt sich das Besondere der Farbe: Das Gelb wird intensiver und es ist eine Art Rätselfrage, wie man es beschreiben könnte, denn es changiert. Mal ist es klar ein Aprikosengelb, also ein aufgehelltes gelbtoniges Orange. Dann kann es auch Ockergelb ausfallen, so wie die Wasserfarbe im Malkasten. Und selbstverständlich finden sich alle Zwischentöne dieser beiden Farbeckpunkte. Immer ist die Farbe zart und zu den äußeren Blütenblättern aufgehellt. Und immer ist die Blüte hinreißend schön. Als echtes Plus duften sie noch markant. Nicht süß und auch nicht typisch rosig. Würzig mit einer Honignote trifft es eher.

Die Belaubung ist dunkelgrün und glänzt, der Austrieb ist grün. Auch die kontinuierlich erscheinenden Blüten zeugen vor der Güte dieser Sorte. Und sie ist ein Multitalent, denn sowohl in kleinen Gruppen im Staudenbeet – bei nicht allzu hohen Nachbarpflanzen – als auch in formalen Gärten überzeugt sie auf ganzer Linie. Als Hochstämme stelle ich mir die ’Hermann-Hesse-Rose’ ebenfalls sehr reizvoll vor.

Benannt ist sie selbstverständlich nach dem berühmten deutschen Dichter Hermann Hesse (1877-1962) der mit seinen Werken unter anderem auch die Jugend in den 60er und 70er Jahren weltweit inspirierte. „Siddartha“, „Der Steppenwolf“ oder „Das Glasperlenspiel“ fehlten damals in keinem noch so kleinen Bücherregal. Nicht ganz so bekannt ist, dass Hesse auch ein leidenschaftlicher Gärtner war. Mit „seiner“ Rose ist ihm definitiv ein würdiges Andenken auch für diese Facette seines Lebens gesetzt worden.