„Devon-Nelke“ (Dianthus-Cultivar)

Dianthus Devon rot

Steckbrief:
Dianthus-Cultivar
Familie: Cariophyllaceae (Nelkengewächse)
Gattung: Dianthus (Nelken)
Pflanzenart: winterharte Staude
Höhe: ca. 30-40 cm
Habitus: gestauchte, polsterartige Pflanze mit ca. 20 cm Höhe, die gestielten Blüten stehen deutlich über dem Laub
Laub: schmal, lang, ungestielt paarig gegenständig an markanten Knoten; grau- bis blaugrün
Blüten: radiär-symmetrisch, sehr markanter nelkentypischer grüner Kelch, gefüllt, Blütenblätter sind gerüscht oder gefranst, stark duftend
Blütenfarben: weiß, rosa, pink, rot, gelb – es gibt auch zweifarbig gemaserte oder geäugte Sorten

Dianthus Devon zartrosa


Blütenstand: meist einzeln stehen, seltener zu zweit
Blütezeit: mit Unterbrechungen bzw. nach Rückschnitt gestaffelt von März/April bis Oktober,
Herkunft: Es handelt sich um eine Züchtungslinie aus mehreren Arten aus dem britischen Züchterhaus Whetman bei der Polsternelken (vermutlich Dianthus plumarius) und großblumige Nelken (Dianthus caryophyllus) beteiligt waren
Einsatz: Ideal für alle Einsätze in Beeten und Gefäßen
Standort: Sonniger Platz mit hinreichend durchlässigem Boden – obwohl sie für eine Nelke selbst Nässe vergleichsweise gut aushält und somit recht unkompliziert ist; für Nelkenverhältnisse ziemlich langlebig
Vermehrung: Nur vegetativ, am besten durch Stecklinge
Besonderes: enorme Blütenfülle im ersten Flor der sich gut drei Wochen hinzieht, später durchaus attraktive Nachblüte nach einem Rückschnitt, exquisite Schnittblume für nicht mittelhohe Vasen

Nelken gehören zu den Lieblingsblumen meines Mannes und ich selbst mochte sie auch schon immer. Allerdings nur die duftenden – da sind wir beide uns absolut einig. Umso enttäuschender ist es, wenn man beispielsweise Schnittblumen kaufen möchte, dass duftende Sorten mittlerweile die Ausnahmen sind. Gelegentlich habe ich in früheren Jahren so genannte „Land-Nelken“, das sind sozusagen die kleineren Ausgaben der prunkenden Schnittsorten, kultiviert. Weil sie wie etwa auch Bart-Nelken, zweijährig kultiviert werden, musste ich am Ball bleiben und jeden Frühsommer aussäen, um Nelken im Garten zu haben, deren Stiele mit etwa 50-70 cm lang genug sind, um auch mal einen Strauß zu schneiden.

Dianthus Devon weiß

Etwas langlebiger sind Sorten der Polsternelken, etwa von Dianthus gratianopolitanus oder Dianthus plumarius, bei denen es eine Reihe attraktiver Sorten gibt von denen auch einige – leider nicht alle – duften. Sie waren eine Weile meine Favoriten und ich freundete mich mit ihrer recht geringen Größe an, denn viel höher als 20 cm wurden sie nicht. Diese Polsternelken müssen etwa alle drei Jahre durch Rückschnitt wieder in Form gebracht werden, weil sie vergreisen und die Mitte der Pflanze verkahlt. Mit Stecklingen lassen sich aber recht problemlos junge Pflanzen heranziehen – am besten nimmt man dazu die Austriebe, die sich nach dem Rückschnitt des ersten Flores zeigen; sie wachsen im Sommer heran.

Dianthus Devon pink

Sehr begeistert war ich, als ich das erste Mal in einem Gartencenter eine Pflanze der hier behandelten „Devon-Cottage“-Serie fand. Sie wirkte genau wie ein Mittelding meiner Land-Nelken und Polster-Nelken und bilden sehr feste, aufrechte Stiele aus. Völlig überrascht war ich, als ich feststellte wie üppig diese Pflanzen im Beet (in einem vergleichsweise üppigen, nahrhaften Boden) sich entwickelten. Zwei Jahre lang hatte ich vier unterschiedliche Sorten in Bielefeld im Schrebergarten. Die pinkfarbene und die weiße nahm ich vor einiger Zeit mit nach Baden-Baden und setzte sie in einen Balkonkasten. Jetzt stehen sie das vierte Jahr auf unserer Dachterrasse in Karlsruhe und es ist 2020 die erste Saison, dass sie vergreisen und ein scharfer Rückschnitt fällig wird. Zwei später gesetzte Sorten (zartrosa und rot) wuchsen ebenfalls in den Kübeln prächtig heran und zur Blütezeit ist die gesamte Dachterrasse in Nelkenduftwolken gehüllt. Die Blüte ist wirklich spektakulär und üppig. Bei der roten Sorte zeigen sich erste Blüten bereits sehr früh – schon ab Ende März, sicher ab April – und bilden sonderbare aber attraktive sommerliche Kontraste etwa zu Kaiserkronen oder Tulpen.

Insgesamt halte ich diese Sortengruppe für eine der besten, die man pflanzen kann. Ob Staudenanfänger oder verwöhnter -liebhaber – sie alle werden damit zu Nelken-Fans, so viel ist sicher. Wie schön, dass mit diesen Sorten die als heikel und duftlos verschrieenen Nelken voll und ganz als Gartenpflanze rehabilitiert wurden.

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