’Bengali’

Bengali Edelrose orange

Edel-Rose 
Kordes (D), 2011
Kreuzung: nicht veröffentlicht
Farbe: Kupferorange
Füllung/Form: locker bis gut gefüllt; hoch gebaute Knospe und Blüte
Duft: mittelstark
Höhe: um 110 cm

Stopp! Einspruch! Ich habe es wieder getan! Diese wundervolle Sorte ist bei Kordes als „Beetrose“ gelabelt und ich bin der Ansicht, es handelt sich um eine Edelrose. Ohje – ich hoffe, es nimmt mir niemand der Experten aus diesem hervorragenden Züchterhaus übel, dass ich gelegentlich eigene Kategorisierungen vornehme. Können wir uns auf die abgeschaffte Zwischenklasse „Floribundarose“ einigen, obwohl man die nicht mehr verwenden soll?  

Warum mache ich das eigentlich? Ich wäre weniger angreifbar in meinen Texten, wenn ich artig die allgemein veröffentlichten Angaben zu den einzelnen Sorten auch hier verwenden würde. Aber bei ’Bengali’ finde ich, kann ich das Etikett „Beetrose“ nicht verwenden, wenn ich sie beschreiben will. Ich gehe sogar soweit, zu behaupten, dass die komplette Erscheinung von ihr an der „Stellenausschreibung“ für eine Beetrose vorbei geht. Und da sie so wunderschön ist, lohnt es sich, sie näher zu charakterisieren.

Bengali Farbwechsel

Die großen Blüten sind sehr gut geformt – die eiförmige Knospe hat ein hohes Zentrum und die Blüte hält lange die elegante Form, ehe sie sich zu einer lockeren Schale wandelt. Die Farbe glüht beim Aufblühen wie sonnenbeschienenes Kupfer. Nach und nach hellt sie zu einem abgepuderten Apricot auf. Das ist nichts für Puristen … aber alles für mich, denn mir gefällt ein Farbwandel auch in Beeten sehr gut, wenn, wie hier, alle Stadien so harmonisch zusammenpassen. Das bringt Leben ins Geschehen. Der mittelstarke Duft ist rosig mit einer weichen Fruchtnote in der auch zitrusartige Nuancen zu entdecken sind.

Die deutlich mehr als meterhohen Pflanzen wachsen auffallend schmal und erscheinen etwas sparrig, da die Blüten meist in Büscheln zusammenstehen und doch oft etwa zehn Zentimeter lange Teiltriebe haben. Das Laub ist frischgrün und glänzt; Krankheiten stellen sich so gut wie nicht ein. Um eine geschlossene Beetwirkung zu erhalten, sollten man sie nicht zu weit auseinander zu setzen – ein Pflanzabstand von 50-60 cm reicht völlig aus. So fällt die Wuchsform keinesfalls unangenehm auf. Der große Vorteil dieser Wuchsform ist, dass jede Blüte gewissermaßen einen kleinen Einzelauftritt hat und dennoch aus der Ferne sich ein schönes Gesamtbild ergibt. Vielleicht verstehen Sie angesichts dieser Schilderungen, dass ich ’Bengali’ nicht den Beetrosen zuordnen möchte.

Bengali Abendsonnenenglut

Übrigens: Auch ’Bengali’ ist ein Rosenname, der wiederverwendet wurde. In den 60er Jahren gab es schon eine Sorte aus dem Hause Kordes in ähnlicher Farbe und Statur. Die alte ’Bengali’ ist nun nicht mehr im Handel und durch die neue Sorte von 2011 ersetzt worden. Auch hier also bitte aufpassen, wenn alte Rosenbücher die vor 2011 erschienen sind, studiert werden, damit man nichts verwechselt.

Am schönsten wirkt diese Sorte an einem Platz, an dem abends am längsten die sinkende Sonne scheint, damit die ’Bengali’-Blüten auf das kommende Abendrot hinweisen. Das kann zu einem Lieblingsplatz werden, an dem man nach einem vollen Arbeitstag noch ein Feierabendgetränk in kleiner oder großer geselliger Runde zu sich nehmen möchte.

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