Reifrocknarzisse ‘Arctic Bells‘

Dass die Gattung Narcissus äußerst vielgestaltig ist, dürfte sich ja mittlerweile herumgesprochen haben. Die meiner Ansicht nach ungewöhnlichste Sektion ist die Reifrocknarzisse, Narcissus bulbocodium. Nicht nur, dass sie mit etwa 10 Zentimetern Höhe ziemlich niedrig ist und das Laub eher an Schnittlauch erinnert, als an Narzissen. Auch die Blüten sind ziemlich extravagant: Die Krone ist glockenartig zusammengewachsen und die Nebenkrone reduziert sich auf sechs kleine Zipfel, die aussehen wie kleine abstehende Kelchblätter. Nach Narzisse sieht das nun wirklich nicht gerade aus.

Reifrocknarzissen galten lange als relativ heikel und blühfaul. Aus Büchern kannte ich nur den Hinweis, sie möglichst in Steingärten oder ähnlich durchlässigen Gartenplätze zu pflanzen und bei strengen Wintern die Plätze abzudecken – und war aus diesem Grunde immer skeptisch. Doch ein paar Züchter haben sich diesen liebenswerten Narzissenzwergen angenommen und erst einmal die Blütenfülle die die erstaunlich kleinen Zwiebeln hervorbringen gesteigert. Mindestens eine, meist zwei oder gar noch mehr Blüten sind bei neuen Sorten die Regel. Abgebildet ist etwa die zartgelbe ’Arctic Bells’ die, zumindest im Jahr direkt nach ihrer Pflanzung, im Kübel mit handelsüblichem Substrat bestens vorankommt. Der Winter war ja auch alles andere als frostig …

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