‘Marie Curie’

Beet-Rose Marie Curie

syn.: ’Romantic Dreams’, ’Umilo’

öfter blühende Beet-Rose
Meilland (F), 1997
Kreuzung: ’Coppelia ’76’ x (’Allgold’ x ’Yellow Cushion’)
Farbe: Orangelachs, nach außen hin rosa
Füllung/Form: locker bis gut gefüllt, schalenförmig
Duft: mittelstark bis stark– Rose, Nelke, Klee, herbe Kräuter
Höhe: um 80 cm

Um es gleich zu sagen – sie gehört zu den allerbesten und höchst empfehlenswerten Rosensorten für den Garten und hat in über 20 Jahren nichts von ihrer Gesundheit und ihrem Zauber eingebüßt. Der Strauch wächst breitbuschig und baut sich ziemlich rasch sehr stabil auf. Die Austriebe sind bronzerot, vergrünen aber zügig. Selbst wenn das Triebwerk sich ungleichmäßig verteilt, scheint sich die Pflanze zu „bemühen“ einen harmonischen Wuchs zu bekommen – spätestens zur Blütezeit ist sie ziemlich ausgewogen und hat Lücken kaschiert.

Ich habe diese Sorte als Halbstamm, auch Zwergstamm genannt, gepflanzt, den ich beim Rosenhof Schultheis bestellt hatte. Ihre Wuchsform macht sie bestens dafür geeignet. Im Frühjahr 2018 erschienen die Knospen ausgesprochen früh – sie waren Mitte April bereits sehr gut erkennbar. Die erste Blüte öffnete sich bereits am 3. Mai und der Flor dauerte an bis Mitte Juni – es war sehr warm und die Knospen entwickelten sich rasch. Nach dem Rückschnitt dachte ich, die Pflanze braucht eine Pause, doch sie zeigt schon Ende Juni wieder neue Knospen. Anfang September ist übrigens nicht der zweite, sondern schon der dritte Flor nahezu verblüht. Und es gibt noch einen weiteren Blütenschub der bis in den Dezember hinein andauert. Enorm, wie reich sie blüht und wie schnell sie durchtreibt.

Die in Büscheln stehenden Knospen sind zart lachsfarben getönt – meist tendiert der Farbton eher in den rosa Farbanteil als in ein etwaiges Orange. Interessant fand ich, dass die sehr späten Blüten einen deutlichen Gelbton hatten. Die Farbe lässt sich nicht festlegen. Das Aufmacherbild zeigt eine vollendet ausgebildete Blüte im August. 

Beet-Rose Marie CurieDie Blüten bauschen sich zu mittelgroßen bis großen gut gefüllten Blüten auf, die aber fast immer eine offene Mitte mit Staubgefäßen zeigen; das freut die Bienen sehr. Offene Blüten halten sich gut am Strauch, und das obwohl es fast durchgehend hochsommerlich warm bis heiß war. Im zweiten Flor des heißen Sommers 2018 wurden, wie man auf der Aufnahme rechts aus dem Juli sehen kann, die Blüten deutlich blasser und die Füllung nahm ab. ‘Marie Curie’ spielt sowieso ein wenig in Füllung und Farbe und es scheint, als verstärke sich der Effekt bei Hitze. Der Duft ist variabel – auch hier spielt das Wetter eine große Rolle – kann aber überraschend gut bis stark sein.

Beet-Rose Marie Curie im DezemberDie Blattgesundheit ist sehr gut, ich habe weder letztes Jahr, noch bisher Anzeichen von Pilzbefall gefunden. Und den ersten Winter 2017/2018 hat sie als Stämmchen ohne Schutz bei mir gut überstanden. Auch wenn ich tief zurück geschnitten habe, da der Austrieb erst ziemlich spärlich aussah, hat sich die Pflanze bestens wieder aufgebaut. Es ist faszinierend: Diese Sorte war die erste, die 2018 aufgeblüht ist und gehört zu den letzten, die noch im Dezember blühen (das Bild rechts stammt vom 11.12.2018); sie bekommt vom mir mit großer Freude das Prädikat „Fleißrose“ verliehen.  

Vielleicht ist das kein Zufall; benannt wurde diese wunderbare Rose, die in jedem Standard-Sortiment zu finden sein sollte, zum 75 Geburtstag der Nobelpreisträgerin Marie Curie. Ich finde, diese Rose ehrt die Ausnahmewissenschaftlerin perfekt.

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