Zwei eiserne Jungfrauen

Es ist schon eine Weile her, seit dem letzten Bericht über unsere beiden Mädels, und ich muss dringend einen versprochenen Bericht nachholen. Das Vorhaben, sie zu kastrieren (… das ist ja nach wie vor ein traumatisierendes Wort … also eher für Männer als für Katzen … aber dennoch …) haben wir durchgeführt.  

Tierarztbesuch – kein Problem

Eigentlich lief alles glatt. Erstaunlicherweise mögen Minnie und Frida die Transporttasche und es war überhaupt kein Problem, sie einzusammeln und dort hineinzustecken – ich schätze, sie freuten sich auf die Autofahrt. Bei der Tierärztin musste ich sie erstmal nur abgeben und wir vereinbarten eine Abholzeit, etwa drei Stunden später. Die Katzen, die ich mitgenommen hatte waren allerdings noch ganz schön stoned. Vorsichtshalber gab man mir noch Kopfkragen mit, damit sie sich nicht gegebenenfalls die frischen Bauchwunden lecken oder die Nähte abbeißen würden.  Außerdem gab es den Tipp, dass sie in den ersten Tagen möglichst nicht springen oder schnell laufen sollten … na bravo … haben Sie mal versucht eine Katze davon abzuhalten, ohne sie in einen Schuhkarton zu sperren?

Langsames Erwachen

Erwartungsgemäß taumelten die beiden wie ein Seemann nach dem Besuch einer Hafenkneipe erstmal umher, als wir in unserer Wohnung die die Transporttasche geöffnet hatten. Aber sie suchten unsere Nähe – und ehe wir sie vorsichtig hätten hochheben können, sprangen sie schon auf das Sofa. Au weia. Es dauerte etwa einen ganzen Tag ehe sich das Betäubungsmittel ganz abgebaut hatte und sie wieder geh- und stehfest waren. Zwischendurch wischten wir ein paar Mal leichte Übergaben nach dem Übergeben auf, was wir ihnen aber nicht verübelten. Wir hatten eher den Eindruck, als wäre ihnen das Malheur selber mehr als peinlich gewesen. Aufmerksam beobachteten wir, ob sie auffällig oft an ihrem Bauch knabbern würden – aber das war nicht der Fall. Uns allen blieb die Tortur der Kopfkragen erspart und ich überlege, ob ich daraus bei Gelegenheit zwei Lampenschirme basteln werde.

Rekonvaleszenzzeit – 24 Stunden

Ich war sicher, dass es mindestens drei Tage dauern würde, ehe sich die beiden Frischoperierten wieder einen üblichen Tagesablauf zutrauen würden. Weit gefehlt. Schon nach einem Tag jagden sie wieder einander als gäbe es kein Morgen, sprangen auf Kletterbäume und Regale und ließen den Fressnapf nie voll. Glücklicherweise hielten die Nähte (sie waren wohl sehr sorgfältig gesetzt worden) und offenbar heilte auch alles was wir nicht sehen konnten bestens aus. Katzen sind eben Katzen – und vermutlich je jünger, desto regenerativer. Nun sind die Mädels zum ewigen Jungferntum bestimmt, aber offensichtlich macht ihnen das gar nichts aus. Ruhiger wurden sie jedoch erstmal kein bisschen.

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