Zimmerpflanzen sind nicht ohne …

Als Pflanzenliebhaber ist mir klar, dass es einige Zimmerpflanzen Inhaltsstoffe führen, die giftig oder zumindest äußerst unbekömmlich sind. Nun würden wir Menschen nicht auf den Gedanken kommen, etwa an einer Alpenveilchenblüte oder einem Weihnachtssternblatt zu kauen – bei Katzen ist das leider anders. Vor allem Jungtiere nehmen so ziemlich alles in den Mund und nagen darauf herum. Da völlig unsicher ist, wie langen sie kauen, ehe sie etwas als ungenießbar entlarven und ausspucken, ist auch unsicher, wie viele eventuell toxische Substanzen sie dabei aufnehmen. Und da ein Katzenköper deutlich kleiner ist, als der eines Menschen, und ein Katzenjungekörper erst recht, reichen kleinste Giftmengen aus, um ihre Gesundheit zu gefährden.

Die 10 giftigsten Pflanzen – das hilft nicht weiter

Wir mussten dieser Sache unbedingt nachgehen. Im Internet stößt man bei einer solchen Frage gerne auf Artikel, wie „die 10 giftigsten Pflanzen für Katzen“. Diese Beiträge greifen sehr kurz, denn in unserer Wohnung haben wir rund 30 Zimmerpflanzen gehabt, und darunter befanden sich Arten, die in keiner Liste die wir zunächst aufgefunden haben thematisiert wurden. Hinzu kommt, dass es zu einigen Pflanzengattungen – etwa zu Begonia – nur sehr vage Hinweise gab.

Wie ärgerlich! Was nutzen mir die „bösesten 10 Pflanzen“? Ich brauchte eine Liste von Arten, die erwiesenermaßen unbedenklich sind. Nur so ließen sich meine Bedenken ausräumen, denn ich wollte mir nicht ausdenken, dass etwa von einer als ungewiss geltenden Pflanze mal ein Blatt abfällt, mit denen die Katzen spielen und es bekauen und dann ein Schlamassel mit Magenverstimmungen und Schlimmerem seinen Lauf nehmen würde.

Irgendwo gabelte Stefan eine seriös erscheinende Liste mit Zimmerpflanzen auf, die für Katzen keine Gefahr darstellen, und an die haben wir uns gehalten. Alles darüber hinaus musste also aus unserer Wohnung entfernt werden.

Aussortieren, aussortieren, aussortieren …

… und das war hart, denn ich hing an jeder meiner Pflanzen. Auch an den Giftschleudern. Aber selbst mir als eingefleischten Pflanzenfan war klar, dass es keinen Weg daran vorbei gibt. Und so verschenkten wir: sämtliche Amaryllis (Hippeastrum), die auch hier auf meiner Website prangen, meine Corallina-Begonien (Begonia corallina), die vielleicht doch o.k. wären … ich aber zu ihnen keine eindeutigen Informationen gefunden habe. Also raus damit, sicher ist sicher. Ich war den Tränen nahe, denn ich hatte sie alle von Reisen zusammengetragen, da sie schwierig hierzulande zu bekommen sind. Auch die Orchideen, die wir besaßen, Phalaenopsis, meine heiß geliebten Cymbidien, der schwarze Venusschuh (Paphiopedilum) und selbst das bezaubernde Dendrochilum glumaceum stehen in Verdacht bzw. der Gewissheit, dass sie Katzen nicht bekommen. Was für ein Drama!

Aloe, Klivien (Clivia), Wüstenrose (Adenium), Euphorbien und alle Aronstabgewächse wie unser beeindruckend schöner Baumfreund (Philodendron), Kalla (Zantedeschia), Flamingoblume (Anthurium) und Efeutute (Epipremnum) wurden selbstverständlich ebenfalls verschenkt. Der stachelige Zimmerspargel (Asparagus) wurde der Wohnung verwiesen und selbst der wunderschöne Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima), den wir im dritten Jahr hatten und der bereits Blüten angesetzt hatte, musste in neue Hände gelangen. Das war eine harte Prüfung für Stefan, denn er hat diese Pflanze äußerst erfolgreich aufgepäppelt.
Anfang November verließ kein Besucher unsere Wohnung mit leeren Händen. Wir hatten Glück, ein befreundetes katzenloses Paar war gerade umgezogen und nahm begeistert die grüne Deko mit und ein Bekannter kam sogar mit einem Handwagen bei uns an, um diesen vollbeladen mit Pflanzen in sein Domizil rollen zu können.

Nach diesem pflanzlichen Aderlasse schauten wir uns in unserer pflanzenkahl gewordenen Wohnung um und trösteten uns damit, dass wir immerhin noch zwei Grünlilien (Chlorophytum), drei Porzellanblumen (Hoya), eine Kranzschlinge (Stephanotis), einen Blattkaktus (Epiphyllum) drei Zierbananen (Musa), eine Medinille und einen Kaktus (keine Ahnung, wie der botanisch heißt) unser Eigen nennen. Sämtlich unverdächtige Pflanzen, die keine Gefahr erwarten lassen.

Tja, und an die Positivliste werde ich mich in Zukunft halten. Meine Winterklassiker, die ich ansonsten gerne auch mal aufstelle, fallen flach. Azaleen (Rhododendron) oder Alpenveilchen (Cyclamen), die so wunderbare Farbenbringer sind, zählen leider auch zu den Giftpflanzen und auch meine Frühlingsblumenklassiker, die ich mit Vorliebe im Winter zum Blühen antreibe – die Rede ist von Hyazinthen und Tazetten – sind für mich Geschichte. Man muss auch loslassen können …

…. auch bei Schnittblumen …

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