Warum ein Haustier? … und welches?

Schon im Laufe des Jahres 2019 haben mein Mann und ich beschlossen, dass es nicht nur schön wäre, ein Haustier zu haben, sondern dass wir in dieser Frage mal zur Tat schreiten wollen.

Aber wieso eigentlich? Füllen uns unsere vielen Pflanzen nicht aus? Ist uns der Gesprächsstoff ausgegangen? Fehlen uns die Kinder?

Nichts von alledem! So richtig im Einzelnen erklären können wir das auch nicht. Es mag mit der Vorstellung zu tun haben, dass, wenn etwa der andere noch arbeitet oder einen Außentermin hat, jeder eine Wohnung betreten kann, die belebt ist – sichtbar belebt. Sichtbarer als etwa eine Zimmerpflanze es zeigen kann. Aber kann man eigentlich immer einen Wunsch, der einem nicht aus dem Kopf geht rational erklären? Etwa meine Vorliebe für fine-bone-Porzellan von Roy Kirham oder Dunoon? Oder meine fast süchtige Suche nach stets neuen Rosensorten, die ich kennenlernen will? Oder meinen Hang für schön gemachte Bücher? Ich komme zu dem Punkt, dass ich auch nicht alles erklären muss, das ich in meinem Leben gerne mache – es ist einfach so.

Als klar war, dass es sich nicht um eine vorübergehende Laune von uns beiden handelte, gingen wir denn doch rational vor und überlegten, welches Haustier in Frage kommen würde. Unsere Wohnung liegt in einem 3. Stock (ohne Fahrstuhl). Ein gemeinsames Leben mit einem Tier muss sich also in unseren gut 70 qm abspielen. So knobelten wir mal die Optionen durch:

Als klassischer Freund des Menschen gilt bekanntlich der Hund. Und wenn schon Hund, dann ein Exemplar das mindestens kniehoch groß ist. Der Haken: Mindestens viermal am Tag müssten wir das Treppenhaus hoch und runter durchlaufen. Zusätzlich zu allen anderen Gängen. Sicher, diese Bewegung würde uns, vor allem mir, sehr guttun. Doch die Aussicht, dazu verpflichtet zu sein, war jetzt nicht gerade prickelnd. Da nehme ich mir lieber vor, mehr Wege mit dem Radl zu erledigen statt mit der S-Bahn. Hinzu kommt noch, dass ich persönlich selbst mit dem freundlichsten Hund nie wirklich über eine distanziert-sympathisierende Beziehung hinausgekommen bin.

Wir dachten etwa eine Viertelstunde lang an Vögel – vielleicht Wellensittiche. Doch die Vorstellung, flugfähige Vögel im Käfig zu halten widerstrebte uns … Dodos sind bekanntlich ausgestorben und Kiwis eher nachtaktiv. Auf der Dachterrasse ein Bassin mit Flamingos zu installieren, erschien selbst uns ein wenig zu extravagant und Pfaue würden unsere Nachbarn vermutlich stören. Hühner sind etwas für Schrebergärten, Enten etwas für Parks, Tauben etwas für alleinstehende Rentner die einen Verein brauchen und selbst die handlichen Zwergwachteln sind nicht so ganz das, was uns vorschwebte.

Fische waren etwa eine halbe Stunde länger eine Option, denn immerhin hatte ich lange Erfahrungen damit gesammelt, eine Süßwasserwelt zu kreieren, in der schillernde flossige Farbwunder flitzten. Aber die Fische und wir zwei Kerle würden stets in zwei unterschiedlichen Welten leben, die über ein gegenseitiges Beobachten hinaus nur wenig ermöglichen würden … für das Eintauchen in die Fischewelt bräuchten wir einen Pool etwa . Das erschien uns als nicht praktikabel.

Welche Tiere würden sich also die Wohnung mit uns teilen können? Nager sind so unsere Sache nicht, weder quiekende Meerschweinchen, noch eigenbrödlerische Hamster, noch die keineswegs immer sanften Kaninchen konnten uns mit Kulleraugen und Plüschfell überzeugen. Mit der Reptilien-Fraktion geht es uns ebenso. Infrage würden ja auch nur Landschildkröten kommen, da alles andere in Terrarien leben müsste – wer will schon eine Boa constrictor auf dem Sofa streicheln. Aber Schildkröten sind uns denn doch zu spröde.

So blieben Katzen als einzige übrig. Und als wir uns auf diese Tierart einigten, ging es erstmal los mit den Gedankenspielen.

… die Recherche wogte an und es kam zu einer Entscheidung …

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