Mamas oder Papas Tochter?

Es ist absolut erstaunlich, wie Katzen eines Wurfes sich voneinander unterscheiden können. Klar, die Kombination einer pointed Ragdoll-Mutter und eines grau getigerten British-Kurzhaar-Papas sorgt schon allein für eine prall gefüllten Genpool. Angesichts dieser Abstammung stellten wir uns auf zwei Katzen ein, die mit der Zeit ziemlich groß werden und recht plüschiges, vielleicht halblanges Fell haben werden. Dass das Blau der Augenfarbe und die maskenartige Zeichnung, die Ragdoll-Gesichter so auszeichnen, rezessiv vererbt werden und sich bei unseren Katzen nicht ausprägen wird, war uns gleich.

Frida – die gelassene würdevolle

Von Anfang an hatte Frida ein einheitlich graues, äußerst flauschiges halblanges Fell und kommt in dieser Hinsicht nach der Mutter. Es ist so weich, dass jeder Hamster dagegen in Schmirgelpapier gewandet scheint. Da Frida dadurch auch etwas kompakter wirkt als Minnie, hatten wir die erst irrige Annahme, dass es sich um einen Kater handelt auch gar nicht hinterfragt. Ihre Augenfarbe wandelte sich in einen Grünton. Je nach Lichteinfall bzw. Schatten schimmert das Fell an einigen Stellen zuweilen dunkler – doch sowie sie sich bewegt, ändern sich diese Zonen oder verschwinden. Eine Maskenzeichnung ist zumindest zu diesem Zeitpunkt nur hauchzart zu erahnen – aber vielleicht ist das eine reine Einbildung. Recht eindeutig sind klitzekleine Aufhellungen auf der Nase und ein sehr schmaler silbriger Rand an den Pfoten. Und je größer Frida wird, desto mehr wächst ihr ein malerischer Backenbart. Die erste Zeit stand das Fell etwas ab, und ihr Vater hätte auch ein Teddybär sein können – als Vorlage für eine Plüschkatze war sie geradezu prädestiniert. Etwa im Alter von dreieinhalb Monaten legte es sich etwas an, war aber unverkennbar lang und ihr Schwanz bleibt buschig. Die Proportionen strecken sich optisch ein wenig. Wenn sie nicht gerade balgt oder sich zum Schlafen eingerollt hat, sondern sitzt und die Welt um sich herum beobachtet, strahlt sie eine echte Würde aus. Sie ist bildschön und scheint das auch zu wissen, da sie gerne etwas Distanz hält. Gelassen genießt sie die Bewunderung, die ihr entgegengebracht wird. Diesen Dünkel vergisst sie aber spätestens, wenn sie Krauleinheiten einholen will oder mit Minnie Fangen in der Wohnung spielt.

Minnie – die lebhafte grazile

Wenn man Minnie anschaut, kommt man ihrer Abstammung wohl kaum auf die Spur. Keine Andeutung eines Backenbartes. Das flusige Babyfell legte sich schnell an und erscheint, obwohl die einzelnen Haare nicht alle kurz sind, jetzt von der Nasenspitze bis zur Schwanzspitze sehr glatt. Hier ist nichts wirklich plüschiges zu finden; seidig wäre der richtige Ausdruck. Die schwarze Farbe ist bis auf eine weiße Zone am Unterbauch und eine kleine Ansammlung weißer Härchen am Latz durchgängig. Zuerst hatte sie am Körper verteilt weiße Haare dazwischen, die sich aber entweder umgefärbt haben, oder ausgefallen sind. Sowas kenne ich bei dunklen Hunden, die ebenfalls helle Welpenhaare haben können. Mittlerweile ist die tiefschwarze Fellfarbe durchgängig und glänzt stark auf, wenn Licht darauf scheint. Durch das glatte Fell und weil Minnie sowieso etwas weniger wiegt, wirkt sie in jeder ihrer Bewegung wesentlich geschmeidiger als Frida. Minnie ist auch durch die eher gelbliche Augenfarbe der Prototyp des „Schwarzen Panthers“ in Katzengröße und auf eine völlig andere Weise als ihre Schwester ausnehmend schön. Die Eleganz, die bei Frida auf ihrer würdevollen Ausstrahlung beruht, ist bei Minnie durch ihre jederzeit graziöse Körpersprache begründet – selbst beim Toben fasziniert sie auf diese Weise.

Beide Tiere sind noch sehr jung und bei den Rassen, denen sie abstammen, heißt es, dass sie das Erwachsenenalter erst mit rund drei Jahren erreichten – und solange kann sich immer noch etwas an der äußeren Erscheinung ändern. Wir werden sehen, was sich da noch ergibt und sind gespannt.

… Schönheit ist eben sehr vielfältig – nicht nur bei Pflanzen oder Menschen …

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