Keine Katze gleicht der anderen

Alle, die Katzen halten, wissen davon zu berichten: Jede hat ihre eigene Persönlichkeit. Bei unseren beiden zeigte sich vom ersten Tag an, wie unterschiedlich sie ticken. Auch wenn sie im Alter von zehn Wochen noch sehr klein waren, offenbarten sich Züge sofort. Beiden gemeinsam ist, dass sie gelassen, freundlich und sehr zutraulich sind. Und weder Stefan noch ich kann ein Zimmer verlassen, ohne dass die beiden (wenn sie nicht gerade schlafen) hinterherlaufen, um zu sehen, was denn woanders nun Spannendes passiert.

Minnie die Offensiv-Katz

Die schwarze Minnie ist grundsätzlich die erste, die etwas neu entdecken will. Etwa, wenn es sich um Spielzeug handelt, oder zusätzliche Wege durch die Wohnung gefunden werden müssen. Sie probiert neue Wege über die Regale aus oder schiebt sich unter eine Sofa-Tagesdecke um herauszufinden, wie blickdicht diese ist. Minnie wendet sich auch ohne Vorbehalte an uns, wenn sie etwa Futter einfordert, gestreichelt werden will oder Spieleinheiten aus ihrer Sicht nun fällig sind. Sie ist unsere „Ganz-Oder-Garnicht-Katze“. Wenn geschmust werden soll, dann bitte ausdauernd, wenn sie spielen will dann ist keine Zeit zum Streicheln und wenn sie schlafen will, lässt sie sich zu nichts anderem bewegen.

Otto, der Beobachter

Der graue Otto ist anders drauf. Er ist distanzierter, aber keinesfalls ein Eigenbrödler. Das zeigt sich beim Thema Streicheln. Während Minnie auf dem Schoß liegt und erstmal die ideale Sitz- oder Liegeposition auf ihrem gewählten Menschen einnimmt, um dann mindestens eine Stunde dort zu blieben, findet Otto diese Nähe suspekt. Er schmiegt sich lieber an unsere Beine an – wenn wir auf dem Sofa sitzen setzt er sich eng zu uns, dreht sich seitlich und erwartet dann seine Streicheleinheiten. Am liebsten wird er am Bauch gekrault. Und das ist bei jedem Tier der ultimative Vertrauensbeweis, denn der Bauch ist die verletzlichste Körperstelle. Auch Otto lässt sich ausgiebig streicheln und genießt das sicht- und hörbar, denn schnurren können beide Katzen um die Wette.

Otto der Leckerli-Tester

Während Minnie Experimenten beim Futter eher skeptisch gegenüber steht, probiert Otto gerne Neues aus. Leckerlies lassen Minni kalt, stoßen bei Otto aber auf helle Begeisterung. Auch gekochtes Eiweiß, Ziegenkäse oder Joghurt, die allesamt nur sehr selten angeboten werden, scheint er zu lieben, während Minnie sich eher an das gewohnte Nass- und Trockenfutter hält. Dafür genießt sie gelegentlich eine Portion von Ziegenmilch, die Otto wiederum verschmäht. Alles in allem sind aber beide sehr unkompliziert was das Futter angeht. Selbst Markenwechsel haben bisher zu keiner Verweigerung geführt.

Dass die beiden sich wohlfühlen zeigen sie durch ihren ausgeprägten Wechsel von Ruhe- und Aktionszeiten. Und sie wachsen. Schon nach drei, vier Tagen waren sie so kräftig, dass sie selbst auf das Sofa springen können und der Kratzbaum war nach einer Woche vollständig erobert. Ich schätze, sie wogen als ich sie abgeholt hatte, kein Kilo und wirkten flusig-flauschig wie Kitten eben sind. Die anfänglich blaue Augenfarbe wandelte bei beiden. Gesund schienen sie auch zu sein, und es wurde nach zwei Wochen langsam Zeit, sie der Tierärztin unseres Vertrauens vorzustellen.

… und da kam es zu einer echten Überraschung!

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