Katzen in den Flegeljahren

Als Frida und Minnie bei uns eingezogen sind, waren sie mit ihren rund 11 Wochen sozusagen Kleinkinder. Bezaubernd niedlich, etwas unbeholfen und immer mit dem Babyschmelz, der selbst hartgesottene Zeitgenossen entzückt.

Es ist kaum zu glauben, wie schnell Katzenkinder wachsen. Wir haben nicht nachgemessen, aber nach Augenschein haben sie bis Ende Dezember – also in den gut acht Wochen in denen sie mit uns wohnen, mindestens die Hälfte an Länge zugelegt – auch sind sie beim zweiten Wiegen etwas schwerer geworden und bringen 1.600 bzw. 1.800 Gramm auf die Waage. … und ihr Bewegungsradius hat sich deutlich erweitert.

Leichtigkeit und Körperbeherrschung

Der Katzenbaum ist längst erobert und in allen Aussichtsplattformen mühelos zu erreichen. Sprünge auf das Sofa sind ein Klacks, Sprünge auf Stühle ebenso – lediglich auf Schreibtisch oder Esstisch gelangen sie noch nicht aus dem Stand. Wenn sie einander jagen, bringen wir schon automatisch alle in Gebrauch befindlichen Gläser oder Tassen in Sicherheit, denn sie sind enorm schnell und wendig und es geht ohne Rücksicht über alle erreichbaren Möbelstücke – und uns. Wir staunen immer, mit welcher Leichtigkeit sie in vollem Lauf Hindernissen ausweichen und auch rechtzeitig vor einer ausnahmsweise geschlossenen Zimmertür stoppen oder die Kurve bekommen. Katzen sind einfach faszinierende, hochspezialisierte Jäger, die sich bestens anpassen und eine exzellente Körperbeherrschung haben.

Es wird alles untersucht

Aber Katzen sind auch eigen und höchst neugierig. Es gibt nichts, das ihrer Aufmerksamkeit entgeht und täglich untersuchen sie Neues und machen uns darauf aufmerksam, was wir besser in Schränken verstecken sollten. Ladekabel von Handys etwa, oder Dokumente, die keine Kaulöcher an den Rändern bekommen sollen. Jede der paar Zimmerpflanzen wurde von Minnie und Frida ausgiebig auf Robustheit überprüft – die Medinille hat nun perforierte Blattränder, die Grünlilien stehen längst schleppenlos da und das Klettergerüst der großen Wachsblume entpuppten sich als prima Turngerät wobei die Triebe der Pflanzen gerne zur Seite geschoben wurden damit sie nicht mehr so dicht sind und man besser aus dem Fenster gucken bzw. durch die Pflanzen hindurch springen kann. Den Blattkaktus, der eine Knospe angesetzt hat, muss ich dringend dort hinstellen, wo ihn die beiden Wirbelwinde nicht erreichen, sonst sehe ich die Blüte nie … Zimmerpflanzen haben es wirklich nicht leicht, wenn Katzen in die Flegeljahre kommen.

Wer ist der Herr im Haus?

Wir hatten uns auf ein scharfes „Nein“ und einen erhobenen Zeigefinger als Zeichen eines Verbotes verständigt. Verbote gibt es nicht viele, aber den Esstisch dürfen sie nicht betreten und auch die Vorhänge sind als Kletterhilfe tabu. Hier reagieren die beiden unterschiedlich. Minnie zeigt wenigstens einen Anflug von schlechtem Gewissen, wenn wir sie neben der Obstschale auf dem Tisch erwischen und zurechtweisen. Frida sieht das äußerst gelassen und macht erst dann Anstalten, den Tisch zu verlassen, wenn wir in Greifweite sind – und das auch nicht immer. Von Schimpfen begleitet setzen wir sie dann oft genug auf den Boden und zeigen ihr den autoritären Finger. Aber sie ist eben typisch Katze, wendet sich desinteressiert ab, putzt sich und tut so, als ginge sie das alles nichts an.

… ob sich das je ändern wird?

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