Echte HAUS-Katzen gesucht

Es war entschieden! Wir überlegten, ob wir uns eine Katze anschaffen sollten. Und sofort wurde uns klar: Eine Katze allein geht nicht, weil wir über Tag nicht immer im Hause sind. Auch wenn ich als freier Autor viel von zuhause aus arbeite, habe ich immer mal Außentermine – zuweilen wochenlang – und Stefan ist freilich auch arbeitenderweise grundsätzlich 9 Stunden pro Tag abwesend. Wir wollten keiner Katze zumuten, dass sie sich daheim langweilt. Und da wir grundsätzlich eine Gütertrennung haben (obgleich wir alles teilen) entschieden wir uns, jeder eine Katze zu erwerben.

Aber Katzen sind doch Einzelgänger?

Das ist ein Irrtum. Wir haben keine Ahnung, woher dieses Vorurteil stammt und warum es sich noch hält. Katzen haben ein sehr ausgeprägtes soziales Leben – auch wenn es sich deutlich anders zeigt als beim Rudeltier Hund. Hunde können sich in ein Hierarchie-System einfügen und dort ihren Platz finden. Sie sind in der Lage zu gehorchen, wenn ihr Mensch sich als Alpha-Tier etablieren hat. Eine Katze gehorcht keinen Hierarchie-Regeln sondern reagiert ausschließlich auf Dinge die ihr passen – oder nicht. Sie sammelt gute wie schlechte Erfahrungen und passt sich soweit an, wie es ihre Natur zulässt … gelegentlich harmoniert das erstaunlich gut mit dem Lebenstakt ihres Menschen, gelegentlich so gar nicht. Katzen sind eine größere Herausforderung für ihre Menschen – aber gerade das macht sie so faszinierend.

Es gilt also, dass wir herausfinden mussten, wie eine Katze kommuniziert, damit wir verstehen lernen, was sie braucht und wie wir mit ihr umgehen können. Die große Frage war also: Sind wir in der Lage, die Bedürfnisse zweier Katzen zu erfüllen? Selbstverständlichkeiten wie Futter, Katzenklo und ein Dach über den Kopf sind ja gar kein Problem. Auch Rückzugsorte die nur für die Katzen sind und in die wir auf keinen Fall eingreifen sind leicht zu finden.

Der Knackpunkt: Die Wohnung muss reichen

Als zentrale Frage stellte sich heraus: Müssen Katzen frei ins Freie gehen können oder reicht eine Wohnung als Lebensraum aus? Wir haben zwar eine geräumige Dachterrasse – aber sie liegt im dritten Stock. Ein Zugang in den Innenhof ist nicht möglich. Außerdem grenzt an unseren Wohnblock eine viel befahrene Straße.

Wir suchten also reine Hauskatzen. Als wir im Bekanntenkreis das mal in die Runde gaben, teilte der sich in zwei Lager. Die einen hielten eine reine Stubenhaltung für Tierquälerei, weil Impulse wie frische Luft, freies Streunen und Jagen, die für Katzen unabdingbar seien, fehlen. Die anderen verwiesen darauf, dass sie selbst Katzen nur in der Wohnung halten und keineswegs den Eindruck hatten, dass ihnen etwas fehlt. Alles hängt davon ab, dass die Ausstattung der Wohnung ausreichende Anreize zum Spielen und Beschäftigen bietet und dass die Menschen sich mit den Katzen beschäftigen, sowie sie zuhause sind.

Fazit 1: Eine Wohnung muss katzengeeignet sein.

Sehr interessant fanden wir die Hinweise, dass es Katzenrassen gibt, die so lebhaft sind, dass sie sich unbedingt im Freien austoben können, und solche, die ziemlich gelassen sind und sich im trauten Heim mit Vorliebe aufhalten. Diese Rassen schließen sich besonders eng an den Menschen an. Genannt wurden dabei etwa die abgebildete British-Kurzhaar und Ragdoll-Katzen.

Fazit 2: Eine Katzenrasse muss gefunden werden, die „wohnungsgeeignet“ ist.

Bei Ansicht diverser Bilder und Durchsicht diverser Erfahrungsberichte von Katzenhaltern stand die Entscheidung fest: Wir sehen uns nach Ragdoll-Katzen oder ähnlichem um.

… aber das hatte so seine Tücken …

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