Die Tierärztin klärte uns auf

Ich war gespannt, ob sich Minnie und Otto wieder so bereitwillig in die Transportbox packen ließen, als es das erste Mal zur Tierärztin ging. Immerhin mussten die beiden mit dieser Tasche eine lange, aufregende und vielleicht auch angsteinflößende Reise verbinden. Aber das klappte bestens und sie waren überhaupt nicht eingeschüchtert, sondern schienen sich sogar über die Abwechslung inklusive kurzer Autofahrt zu freuen.

Auf dem Programm bei der Tierärztin standen die erste Impfung und Chippen. Letzteres halten wir für wichtig, denn auch wenn unsere Katzen im Haus bleiben sollten, kann es doch sein, dass sie entwischen. Mit einem Chip versehen, steigt die Chance, sollten sie mal verloren gehen, dass wir sie wiederfinden.

Die Tierärztin entpuppte sich als umsichtig und versiert und während der Untersuchung hatten die Katzen keine Angst. Die Piekserei waren schnell erledigt, wir wurden gelobt ob des guten Zustands der beiden. Minnie brachte 1.060 Gramm und Otto 1.200 Gramm auf die Waage. Typisch Kater, dachten wir, Otto, der kleine Wonneproppen.

Otto ist kein Otto

Etwas irritiert fragte uns die Ärztin, wie wir denn darauf kämen, dass Otto ein Kater sei. Nun, wir hatten einfach die Angaben der Züchterin übernommen und nicht nachgesehen. Aber bei Inaugenscheinnahme der entsprechenden Körperzeichen kamen uns nun auch Zweifel. Bei Minnie war es eindeutig, bei „Otto“ nicht auf den ersten Blick, aber bei genauem Hinsehen doch eher mädchenhaft. Die Expertise der Ärztin und unsere anschließenden Recherchen ergaben, dass der Name Otto nur dann noch zu halten wäre, wenn wir uns über Konventionen der Namensgebungen hinwegsetzen wollten. Und so nennen wir diese nun zweite weibliche Katze „Frida“. Sie nimmt das alles in ihrer gewohnten Gelassenheit und wir auch.

Frida und Minnie kamen also wieder nach Hause und ihr Binnenverhältnis blieb unverändert. Obwohl Minnie etwas kleiner ist als Frida, scheint sie eher die Chefin zu sein. Sie ist eine Spur wendiger und vielleicht auch entschlossener, wenn es darum geht, Neues zu entdecken und auch bei Balgereien, die nun immer leidenschaftlicher ausfallen, behält sie meist die Oberhand bzw. Oberpfote.

Und hier sind wir bei einem Phänomen, das uns wohl noch eine Weile beschäftigen wird: Wie können zwei Schwestern so verschieden sein?

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