… die ersten 24 Stunden

Spätabends in der Wohnung angekommen, dürfte es Minnie und Otto vorgekommen sein, wie uns, wenn wir auf dem Mond gelandet wären. Vielleicht mit dem Unterschied, dass sie keine Raumanzüge brauchten, denn die Atmosphäre in unserer Wohnung ist ja durchaus auch katzenfreundlich. Und doch ist alles absolut neu: Gerüche, Anordnung von Zimmern und Möbeln, zwei fremde Kerle …. und wo sind Mama und die anderen Geschwister? Auch sieht das Katzenklo neben der Transportbox sonderbar aus, selbst wenn das Streu wie gewohnt riecht. Und Futter- und Trinknäpfe stehen nicht in Sichtweite.

Ich hatte fest damit gerechnet, dass sie erst nach einer halben oder ganzen Stunde sich vorsichtig wohl aus der Transportbox heraus schleichen und dann schleunigst hinter das Sofa oder unter die Sessel verkrümeln um die ersten Tage in Deckung zu bleiben und nur herauszukommen, wenn sie sich unbeobachtet fühlen.

Falsch gedacht.

Die Neugier siegt!

Ob es an der Abstammung lag – immerhin gelten sowohl Ragdoll-Katzen als auch British-Kurzhaar-Katzen als besonders menschenbezogen – oder ob Minnie und Otto als junge Katzen ungewöhnlich zutraulich und neugierig sind? Nach keinen zehn Minuten schlichen sie sich vorsichtig ins Wohnzimmer, um dieses und uns erst einmal auf Distanz zu inspizieren. Wir verhielten uns sehr ruhig, der Fernseher lief leise, das Licht war gemütlich … ich denke beide Seiten, Mensch und Katze, waren auf entspannte Weise gespannt, was passieren würde …

Sie kamen auf uns zu. Nach knapp 20 Minuten versuchten beide Katzenbabies auf das Sofa zu kommen. Das war noch etwas zu hoch und nach den ersten Anläufen hoben wir sie auf – was sie zuließen und setzten sie auf dem Sofa ab. Nun hatten sie einen gewissen Überblick und rückten uns minütlich näher … und ließen sich sogar streicheln. Sie entdeckten Futter und Wasser und nahmen einen kleinen Imbiss ein und später, als das Sofa zu meinem Bett umgebaut war, schauten sie sich das auch einmal an … danach verschwanden hinter dem Sofa, um in dessen Schutz die Nacht zu verschlafen.

Minnie als vorsichtiger Wecker

Am kommenden Morgen erlebte ich eine kleine Überraschung. Ganz vorsichtig hatte sich Minnie zu mir ins Bett vorgewagt und wartete ab, was denn wohl passiere würde. Otto saß auf der Sofalehne und schaute dabei zu. Ich stand behutsam und langsam auf, es gab zügig neues Futter und frisches Wasser und so langsam nahmen wir Kontakt auf. Sie erlebten Stefan und mich sehr ruhig und gelassen und das schien sich zu übertragen. Schon am ersten Tag legte sich die Befangenheit und sie tollten bereits miteinander herum und näherten sich uns immer öfter. Am frühen Abend war dann der Bann gebrochen und sich forderten längere Streicheleinheiten ein. Erstaunlicherweise ahnten sie, zu wem wer gehörte, denn Otto orientierte sich etwas mehr an Stefan, während Minnie bereits auf meinem Schoß Platz nahm und meine Fähigkeiten als Katzenkrauler testete.

Das Katzenklo, das wir besorgt hatten erwies sich übrigens als zu klein und im Bad als schlecht positioniert, denn wir entdeckten am ersten Morgen eine Hinterlassenschaft hinter dem Fernseher. Sofort stürmte ich in das erstbeste Tierbedarfsgeschäft und besorgte zwei weitere, größere Katzenklos. Ein offenes steht seitdem hinter diskret hinter einem Sessel im Wohnzimmer und ein geschlossenes im Bad. Nach der ersten kleinen Panne wurden beide Bedürfnisanstalten angenommen und die Sorge, ob sie denn auch dauerhaft stubenrein sein würden, hat sich in Luft aufgelöst.

… und so nach und nach lernten wir die beiden kennen …

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