„Cocoon“-Orchideen im Glas

Cocoon-Orchidee

Noch eine Neuheit in Sachen Orchideen, die ich am Stand von Hassinger auf der IPM in Essen 2019 gesehen habe und die mich sehr angesprochen hat: Mini-Orchideen im Glas unter dem Label „Cocoon-Orchids/Cocoon Orchideen“. Es ist sicher keine neue Erfindung, Orchideenpflanzen in einem hohen zylindrischen Glas zu kultivieren. Besonders Arten die epiphytisch leben, also deren Wurzeln nicht im Erdreich verankert sind, sondern zum einen die Pflanze auf Bäumen verankern und zum zweiten Wasser und Nährstoffe aus der feuchten Luft und gelegentlich entstehenden Wasserpfützen in Astgabeln oder ähnlichem aufnehmen, brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Nun kann man zwar im geheizten Zimmer immer mal fleißig besprühen, doch oft reicht das nicht ganz aus, um die Pflanze am Leben zu erhalten.

Eine Pflanzung in einem Glas gewährleistet, dass Wasser aus dem darunter liegenden feuchten Substrat verdunstet und die Pflanze vital erhalten kann. Man kann das selbst zusammenbasteln oder gleich fertig kaufen – Vanda-Orchideen oder verwandte Arten werden gern so angeboten. Allerdings müssen sie meist im Glas besprüht werden und so zeigen sich nicht selten unschöne Kalkablagerungen oder Verschmutzungen des Glases, die eine hübsche Optik trüben.

Cocoon Orchidee, Display

Das Cocoon-Prinzip halte ich für durchdachter. In vielerlei Hinsicht! Mir gefällt es gut, dass die hinreichend handliche Größe gerade kleine, zierliche epiphytische Orchideen praktisch und hübsch inszeniert. Die Pflanzen sind aufgebunden an einer Holzplatte, die an einem wasserfesten, eingeschobenen Display mit Dschungelmotiv befestigt ist. Am Fuß des Gefäßes findet sich wasserbindendes Granulat mit dem die Pflanze nicht in Kontakt kommt, das aber durch Feuchthalten eine hohe Luftfeuchte produziert, die ausreichend lange durch den Glaszylinder gehalten wird und der Pflanze zugute kommt. Man muss nicht sprühen, sondern nur das Granulat hin und wieder gießen. Das Ganze kann mühelos aus dem Glas heraus genommen werden, sollte mal eine Reinigung erforderlich werden. Wem das Dschungelmotiv zu stylisch vorkommt, kann sich leicht ein genehmeres Display anfertigen – sollte aber darauf achten, dass das Material ebenfalls wasserfest ist.

Cocoon Orchidee einzeln

Zugegeben, es handelt sich um eine Marketing-Entwicklung, damit auch kleine, etwas knifflig zu pflegende Orchideen für Pflanzenfreunde attraktiv sind, die nicht gerade Experten auf diesem Gebiet sind. Aber ich finde, wenn eine Idee so ausgeklügelt ist, sollte sie nicht in die Schublade „Marketing-Trick“ geschoben werden, sondern einfach mal genutzt werden; vielleicht auch als Inspiration. Ich denke auch, dass auf diese Weise – also durch Erleben von Erfolgserlebnissen bei der Pflanzenpflege – Menschen zu Orchideenfreunden werden können, und diese Pflanzengattung in ihrer Vielfalt als Hobby entdecken. Das ist ja auch kein Fehler, oder?

Zu den Nennungen von Firmen und Marketingkonzepten beachten Sie bitte meine Ausführungen unter dem Beitrag Dendrochilum glumaceum – vielen Dank!


2 Replies to “„Cocoon“-Orchideen im Glas”

  1. Sehr interessant. Die Cocoon-Orchideen sehen sehr schön aus und bringen ein tropischen Fler mit, gefallen mir unglaublich gut. Ist denn bekannt ab wann es diese Cocoon-Orchideen zu kaufen gibt?

    1. Hallo Lisa,

      die Cocoon-Orchideen sind eigentlich schon auf dem Markt – allerdings weiß ich nicht genau, in welchen Gartencentern oder Blumengeschäften sie zu kaufen sind. Sicher hilft Ihnen der Link auf den Aussteller weiter, den Sie im Beitrag finden. Herzliche Grüße!

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